Einweihungsfeier im neu überdachten Innenhof

 

 

Am 27. April 2007 wurde die G8-Baumaßnahme feierlich eingeweiht. Herr Oberbürgermeister Felber wies in seiner Rede darauf hin, dass es am eng begrenzten Standort in der Altstadt keine leichte Aufgabe gewesen sei, Räume für die Mittagsverpflegung, für den Wahlunterricht und für den Aufenthalt der Schüler zu schaffen. Einfallsreichtum und Mut zu außergewöhnlichen Lösungen waren gefragt. Genehmigt wurde schließlich die einzig vernünftige Variante: Um die gewachsene historische Struktur des Gebäudes weiterhin sichtbar zu lassen, wurde der nördliche Innenhof überdacht und ein kunstvoll verdrehter Würfelbau in die Mitte gesetzt.

 

 

Insgesamt wurden damit 270 Quadratmeter zusätzliche Nutzungsfläche gewonnen. Die Raumsegmente in den vier Ecken des Innenhofes sind jeweils für die Verteilerküche, für die Einnahme der Speisen und Getränke, für vier Internetarbeitsplätze und für Aufenthalt und Kommunikation eingerichtet. Der Würfelbau selbst bietet zwei Arbeitsräume mit jeweils 40 Quadratmetern und ist so ausgestattet, dass eine vielfältige und optimale Nutzung durch die Schule gewährleistet ist. Als kleine Überraschung teilte der Oberbürgermeister mit, dass die Stadt Ansbach die Kosten für eine noch ausstehende Verkleidung des unteren Stahlbetonwürfels übernehmen werde und damit die Kunst am Bau fördern will.

   

Herr Schulleiter Stark dankte der Stadt und den verantwortlichen Architekten für die Lösung, die die verschiedenen Anforderungsbereiche des G8 sinnvoll vernetzt und sich ästhetisch sehr ansprechend und modern darstellt, ohne der alten Bausubstanz etwas zu nehmen. Die Arkaden seien erhalten geblieben und die Symmetrie des barocken Baukörpers sei noch erlebbar.

 

Herr Pfarrer Gmelch und Herr Dekan Stiegler gaben dem Neubau den kirchlichen Segen und sprachen ihm die Anmutungsqualität zu, so schön und bunt wie das Leben zu sein.

 

Herr Florian Holzinger vom ausführenden Architekturbüro übergab symbolträchtig keinen Schlüssel, sondern einen Würfel mit einer kleinen Gedenktafel: „Alea iacta non est“ - ein origineller und humorvoller Hinweis auf die Schwierigkeiten, die im weitestgehend unbekannten unterirdischen Areal während der Bauphase bewältigt werden mussten, damit schließlich kein Würfel fällt.

 

 

Die Einweihung stimmte alle Gäste sichtlich freundlich und heiter. Wie bei einem Gesamtkunstwerk waren alle Sinne angesprochen: Für das Hören erklang die Musik des Saxophon-Quartetts, für das Sehen brachte das Licht die warmen Farben und klaren Formen der Architektur zur Wirkung, zum Nachdenken standen die bemerkenswerten lateinischen Inschriften von Seneca an den Zugängen zum oberen Würfel und für den Geschmack, über den es sich bekanntlich nicht streiten lässt, wurde in der Aula ein feines Spargelgericht geboten.

 

Der Wortlaut der lateinischen Inschrift aus Senecas Brief an seinen Freund Lucilius:

EADEM EST PRAECEPTORUM CONDICIO QUAE SEMINUM

MULTUM EFFICIUNT ET SI ANGUSTA SUNT

TANTUM IDONEA MENS RAIAT ILLA ET IN SE TRAHAT

MULTA INVICEM ET IPSA GENERABIT ET PLUS REDDET QUAM ACCEPERIT

 

Mit Lehrern  verhält es sich ebenso wie mit Samen:

Auch wenn sie klein sind, bewirken sie viel.

Es muss nur eine geeignete Seele sie auffassen:

Sie bringt dann ihrerseits viel hervor und gibt mehr zurück, als sie empfangen hat.