Schuljahr 2004/05

 Hören und Sehen

musischer Abend der Leistungskurse Musik, Kunst und Biologie im Borkholder-Haus

 

                     

 

Die 4 Temperamente – Spielarten des menschlichen Wesens

 

 

 

Bereits gegen Ende des Schuljahres 2003/04 fanden die Leistungskurse Musik und Kunst zu einem ersten Treffen zusammen, um den Gedankenaustausch zur Themenfindung ins Rollen zu bringen. Nach einigem Hin und Her einigte man sich auf „Die 4 Temperamente“.

Im Kunst- und Musik-Lk reifte das Gesamtkonzept: Mittels entsprechend temperamentvoller Musik und eben solchen künstlerischen Aktionen sollen zunächst die Temperamente einzeln und in gegenseitiger Konfrontation vorgestellt werden, um abschließend in der Synthese, gleich einem ausgeglichenen menschlichen Wesen zu enden. So viel zur Theorie, doch wie diese praktisch umsetzen?

 

 

Oskar Schlemmers triadisches Ballett im Hinterkopf, schälte sich bei den Künstlern die Idee heraus, pro Temperament ein streng formalisiertes Kostüm zu entwickeln, das einerseits durch seine Form- und Farbwirkungen in der Lage ist, einem Temperament visuell gerecht zu werden und andererseits dem Kostümträger darüber hinaus eine ganz bestimmte,  der Gemütsverfassung gemäße Bewegung aufzwingt. Aus derartigen Bedingungen von Form, Farbe und Bewegung ergab sich für den Melancholiker die blaue, in sich geschlossene Kugel, den Phlegmatiker der schwere, vom rechten Winkel bestimmte graue Kubus, den Sanguiniker der bewegliche, intensiv orange Kegel und den Choleriker die Pyramidenspitze in rotvioletten Tönen.

Auch in der Musik wurde mit ganz analogen Mitteln intensivst gearbeitet: Die „Tonfarbe“ und Dynamik der gewählten Musikstücke musste passen. War dies nicht der Fall, arrangierte oder komponierte man sie sogar selbstständig neu, bis sich auch hier alles zu einer spannungsvollen Einheit fügte. Glücklicherweise konnten beide Leistungskurse gemeinsam an den Musik-Probentagen auf Burg Hoheneck teilnehmen, um erstmals miteinander die Kunstaktionen zur Musik einstudieren. Dank modernster digitaler Technik spielten die Musiker eine CD mit den ausgewählten Stücken ein, so dass die Kunst nun auch unabhängig von den Musikern in den restlichen zwei Wochen vor der Aufführung am 3. März im Borkholder-Haus die Aktionen ausarbeiten konnte.

Nun liefen auch in der Biologie die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ein Moderationsteam, dessen einzelne Sprecher selbst ein Temperament mittels Sprache, Gestik und Mimik verkörpern, sollten unterhaltsam durch den Abend führen und dabei Informatives zu historischen und aktuellen natur- und geisteswissenschaftlichen Aspekten der Temperamentenlehre vermitteln.

Wenige Stunden vor der Aufführung wuchsen alle Einzelheiten zu einem vielversprechenden Ganzen zusammen. Erstmals nach Monaten der Planung, der Anspannung und Arbeit zeichnete sich das ab, was vorher nur in unseren Köpfen existierte: Ein musischer Abend in fächerübergreifender Zusammenarbeit von Musik, Kunst und Biologie, der fast ausschließlich durch unterrichtsexternes Zusatzengagement von Kollegiaten samt Kursleitern für eine große Öffentlichkeit im Borkholder-Haus auf die Beine gestellt wurde. Das Einzige, was nun noch fehlte, war das Publikum, das so etwas sehen will. Rund 500 Plätze wollen erst einmal besetzt werden. Doch als nach einer kleinen Verspätung, mit der jede Veranstaltung beginnt, die etwas auf sich hält, die Jazzband zur Vernissage spielte, war klar, das Haus wird voll! Das Saallicht ging aus, die Bühnenbeleuchtung an, der Abend lief.

Wer sich selbst davon überzeugen möchte, bitte schön: den Abend gibt´s auf DVD. (Markus Albrecht)

 

 

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