Letzte Klausur (14. Januar 2004)

Die Handys liegen schön aufgereiht auf dem Lehrerpult – zur Außenwelt ist keine Verbindung mehr möglich. Ganz auf sich allein gestellt müssen die Kollegiaten,

 im Klassenzimmer des dritten Stockwerks hoch über den Dächern Ansbachs  sitzend, die letzte SKG-Klausur ihres Lebens bewältigen - Generalprobe vor dem Abitur.

Der Herr der Handys genießt das reichhaltige Angebot.

Schon bald gehen jedoch die Gedanken des Kursleiters –etwas wehmütig ob des nahen Endes der zwei Lk-Jahre – zurück:

Daniel ist heute nur Schüler, die wichtigen weiteren Berufe halten ihn nicht ab, sich auf die Klausur zu konzentrieren. Seine politischen Erfahrungen wird er wieder gut bei der Beantwortung der Aufgaben einbringen können.

Ganz vorn am Fenster sitzt Joachim: Er schreibt im Unterricht nicht gerne mit, schön, für ihn gilt immer das gesprochene Wort: Ist wohl noch alles präsent, was seine Mitschüler oder der Kursleiter zum Stoff beigetragen haben?

Neben ihm vertieft sich Gernot in die Fragestellungen: „Sozialkunde ist mir zu gegenwartsnah. Beginne ich lieber wieder mit Geschichte. Westintegration? Klar, hier ist der wichtige ostpreußische Aspekt gut unterzubringen! Zudem brauche ich nur die genauen Übersichts-Folien des Kursleiters wiederzugeben."

Anna Erdmann, sie wohnt in der Nähe einer amerikanischen Kaserne: Dies war für sie der Anlass, sich in ihrer Facharbeit mit der Stationierung der amerikanischen Streitkräfte zu befassen. „Wie war es damals?“, fragte sie in vielen Interviews.

Martins roter Haarschopf leuchtet – vielleicht raucht auch der Kopf: Das Handling von Sozialkunde und Geschichte ist nicht immer so einfach wie beim neuesten Handy – oder wäre das Internet hier ein passender (Aus-) Weg?

Leistungskurs Sozialkunde/Geschichte

Anna Gottwald ist bei Klausuren immer da. Unvergessen sind ihre schelmischen Englisch-Aussprache-Korrekturen – vielleicht spricht hier schon die welterfahrene Touristik-Managerin?

Hannes - der geborene Historiker: Breites Wissen und eine Fülle von Material zeigt er immer wieder in den Referaten. Ein Mensch, der selbst geangelte Fische wieder dem Wasser zurückgibt, muss ein weites Herz haben!

Die Mathematikerin Eva: Wenn sie das Richtige trifft, rechnet sie richtig und bravourös weiter. Sie weiß ihren als richtig erkannten Standpunkt engagiert und nachhaltig zu vertreten.

Dorothea: Sie drängt sich nicht in den Vordergrund, nimmt aber ruhig alles Wichtige auf und meldet sich nur für fundierte Beiträge; auch in dieser Klausur wird sie wieder mit viel Detailwissen glänzen können.

Verena: Ihre bedächtige, prononcierte Vortragsweise wird immer nachklingen. Da sitzt sie nun und schreibt und schreibt und schreibt. Viel wird sie wieder wissen, auch wenn sie nur einen Teil ihrer umfangreichen Mitschriften zu Papier bringt.

Ach ja, die Handys: Sie müssen nicht mehr lange warten, die Bögen sind weitgehend voll geschrieben.

 

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